Gastbeitrag Dr. Felix Mühlberg

Tuberkulin – Robert Koch erfindet die Schutzimpfung

Täglich verließt Lothar Wieler – ein Veterinärmediziner vom Robert Koch-Institut – die Corona-Zahlen, als seien es die Frontverluste an der Ostfront. Gleichzeitig wartet die Nation auf die Einschätzung der Lage – verlesen vom Robert Koch-Institut.

Blicken wir in der Institutsgeschichte zurück, kommt es seit seiner Gründung immer wieder zu unseligen Verkettungen aus  staatlicher Ordonanz und privatwirtschaftlichen Interessen. Beispielhaft soll hier die Geschichte des Tuberkulins beschrieben werden. Interessant sind die Ähnlichkeiten des Tuberkulin-Skandals mit der aktuellen Corona-Pandemie.

Der Gründungsvater, Robert Koch, stellte im März 1882 in seinem Vortrag über die Aetiologie die Tuberculose als Erreger an der Berliner Physiologischen Gesellschaft vor. Mithilfe von Methylenblau zeigte er im Mikroskop blau gefärbte Bakterien, die er als Auslöser von TBC deklarierte. An TBC starb damals in Deutschland jeder siebente Einwohner.

Auf dem 10.Internationalen Medizinischen Kongress 1890 in Berlin stellte Robert Koch sein TBC-Heilmittel vor, das er Tuberkulin nannte. Die Zusammensetzung blieb sein Geheimnis. Koch wurde für sein Impfmittel das Großkreuz des Roten Adlerordens verliehen.

Am 1. Juli 1891 wurde das „Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten“ eröffnet, Robert Koch leitete das Institut bis 1904. Koch wurde für seine Forschung vom Kultusministerium finanziert. Darüber hinaus forderte er ein eigenes Institut ausschließlich zur Produktion von Tuberkulin und veranschlagte den jährlich zu erwartenden Gewinn auf 4,5 Millionen Mark. Er bezog sich in seinen Forderungen auf ähnlich staatliche Förderungen in Frankreich um Louis Pasteur, der zu den Erregern von Pocken, Milzbrand und Tollwut forschte. Auch bei Pasteur stellten die Wissenschaftshistoriker Gerald L. Geison und Antonio Cadeddu anhand der Labortagebücher Pasteurs fest, dass sich seine Veröffentlichungen nicht immer mit den tatsächlich im Labor vorgenommenen Experimenten deckten.

Geschickt wurde medial das neue Wundermittel eingeführt. Die weltweite Euphorie kannte keine Grenzen. Die New York Sun beschrieb eine Szene in Berlin, in der Robert Koch stolz ein Fläschchen Tuberkulin als Heilmittel hochhielt und ausrief: „Ich glaube, ich habe es hier drin.“ Während Tausende Tuberkulöse nach Berlin strömten, sorgte sich die Polizei um die wachsende Ansteckungsgefahr.

Erst langsam mischten sich kritische Stimmen in die Euphorie. Im britischen Lancet distanzierte sich mit einem Beitrag von der öffentlichen Meinung und fragte unter der Überschrift „À Berlin“, was denn all die Mediziner in wenigen Tagen sehen und lernen wollten, wo Tuberkulose doch eine chronische Krankheit sei? Es sei „klüger, die praktischen Resultate abzuwarten“.

Rudolf Virchow gelang es schließlich bei der Obduktion von Leichen nachzuweisen,  dass Tuberkulin die Bakterien nicht abtötete sondern sogar latent vorhandene Bakterien aktivierte. Robert Koch sah sich gezwungen, die Zusammensetzung seines Geheimmittels aufzudecken, einen Extrakt aus “Tuberkelbazillen” in Glycerin.

Kochs Tuberkulin war weder ein Mittel, TBC zu heilen, noch einer TBC-Erkrankung vorzubeugen.

Bei den blau angefärbten “Tuberkel-Erreger” blieb es Koch schuldig, sie als Erreger der TBC nachzuweisen.

Überzeugt von der Wirksamkeit seiner Vorgehensweise brachte Koch ein Medikament in Umlauf, dass schwere Nebenwirkungen und Todesfälle zeigte. Ähnlich Verantwortungslos, fahrlässig, hemmungslos und menschenverachtend waren Kochs Projekte in “Deutsch-Ostafrika” mit Arsenophenylglycin und Arsphenamin. Fern Europäischer Gesetze wurden hier Massentests an Einheimischen durchgeführt, die ebenfalls erfolglos blieben.

Robert Koch verkaufte die vorhandenen Tuberkulin-Bestände des Institutes an die Farbwerke in Frankfurt/Höchst, vormals Meister Lucius & Brüning AG (die spätere Hoechst AG). Später stieg die Firma unter der Leitung des Koch-Schülers Arnold Libbertz auch in die Produktion ein. Hoechst fusionierte 1925 mit anderen Unternehmen zur I.G. Farben. I.G. Farben machte sich dann mit medizinischen Experimenten an Juden in KZs einen Namen. Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts, Gerhard Rose und Claus Schilling, waren an Menschenversuchen in Konzentrationslagern beteiligt.
1942 wird das Institut als “Reichsinstitut für Seuchenbekämpfung” eine eigenständige Reichsanstalt und heißt jetzt „Robert Koch-Institut“. Es wird zum Fleckfieber experimentiert. Erforscht werden fortan vor allem Infektionskrankheiten, die die militärische Schlagkraft bedrohen.

Das Postulat des Erregers

Schon zu Kochs Zeiten wurde darüber debattiert, welche Kriterien herangezogen werden müßten, um eines der gefundenen Bakterien tatsächlich als Krankheitserreger zu identifizieren. Dabei setzten sich die Henle-Koch-Postulate durch.
Diese Kriterien sollte das RKI auch heute noch anlegen, wenn sie Pandemie-Verursacher postulieren, erst Recht, wenn mit der Ausrufung alle bürgerlichen und demokratischen Rechte außer Kraft gesetzt werden. Beim Corona-Virus hält das RKI keines dieser Postulate ein:

„Wenn es sich nun aber nachweisen ließe:

  • erstens, daß der Parasit in jedem einzelnen Falle der betreffenden Krankheit anzutreffen ist, und zwar unter Verhältnissen, welche den pathologischen Veränderungen und dem klinischen Verlauf der Krankheit entsprechen;
  • zweitens, daß er bei keiner anderen Krankheit als zufälliger und nicht pathogener Schmarotzer vorkommt; und
  • drittens, daß er von dem Körper vollkommen isoliert und in Reinkulturen hinreichend oft umgezüchtet, imstande ist, von neuem die Krankheit zu erzeugen; dann könnte er nicht mehr zufälliges Akzidens der Krankheit sein, sondern es ließe sich in jedem Falle kein anderes Verhältnis mehr zwischen Parasit und Krankheit denken, als daß der Parasit Ursache der Krankheit ist.“

Erkrankungen, bei denen ein Kausalzusammenhang mit einer Impfung evident oder überwiegend wahrscheinlich ist

Das RKI hat selbst eine Liste von Impfstoffen aufgestellt, bei denen es nachweislich zu Komplikationen oder Todesfällen durch die entsprechende Impfung kam.

BCG-Impfung: die schwersten Komplikationen sind die disseminierte BCGitis (<0,1 E/100.000 Impfungen; zumeist bei schweren Defekten der zellulären Immunität) und die BCG-Osteitis (0,1–30 E/100.000 Impfungen); ferner werden im Weltschrifftum über 60 Erkrankungen von Lupus vulgaris (meist nach wiederholter Impfung) sowie drei bestätigte BCG-Meningitiserkrankungen berichtet.
Diphtherie-Tetanus-Impfstoff kann zu GuillainBarré-Syndrom (GBS) und peripherer Nervenschädigung (Neuritis, Plexusneuritis, Brachialneuritis) führen.
FSME-Impfstoff kann im Einzelfall zu GBS und peripherer Nervenschädigung (Neuritis, Plexusneuritis, Brachialneuritis) führen.
Gelbfieber-Impfstoff: Im Zeitraum von 40 Jahren wurden 21 Enzephalitiden nach Gelbfieberimpfung berichtet, die Mehrzahl bei Säuglingen. Bei Erwachsenen liegen Berichte über drei Verdachtsfälle vor. Erstmals wurden in den letzten Jahren über sieben vakzineassoziierte Gelbfieber-ähnliche Erkrankungen berichtet, der kausale Zusammenhang mit der Impfung gilt als weitgehend gesichert.
Influenza-Impfstoff: Im Rahmen der Massenimpfungen gegen die so genannte Schweinegrippe (A/New Jersey/76 (H1N1)) kam es 1976/77 in den USA zu gehäuftem Auftreten von GBS; auch bei dem gegenwärtig sehr seltenen Vorkommen von GBS nach Influenzaimpfung ist ein kausaler Zusammenhang überwiegend wahrscheinlich.
Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfstoff: Thrombozytopenia purpura kommt im Einzelfall nach MMR-Impfung vor, ein kausaler Zusammenhang mit der monovalenten Masernimpfung gilt nicht als gesichert.
MMR-Impfstoff und anaphylaktisch-allergische Reaktionen: unterschiedliche Auffassungen bestehen zur Ätiologie, überwiegende Ansicht: die (fast nicht mehr nachweisbare) Restmenge von Ovalbumin in den auf Hühnerfibroblasten vermehrten Impfstoffen kann nicht ursächlich beteiligt sein. Impfstoffbestandteile wie Gelatin oder Neomyzin wurden verschiedentlich als Ursache allergischer Reaktionen ermittelt.
Masern-Impfstoff: Eine spezielle Enzephalisform (inclusion body encephalitis) wurde als Todesursache von drei geimpften Kindern mit Immundefizienz aufgefasst.
Mumps-Impfstoff/MMR-Impfstoff (auf der Grundlage des Mumpsimpfstamms Urabe): Meningitiden wurden in einer Rate von ~1 E/10.000 Impfungen verursacht.
Pertussis-/DPT-Impfung mit Pertussis-Vollbakterienkomponente: Im seltenen Fall kann eine akute Enzephalopathie verursacht werden; als deren Folge wurden Einzelfälle von persistierenden ZNS-Schädigungen beobachtet; Schock Kollaps und anhaltendes Schreien (persistent crying) können auftreten.
Poliomyelitis-Impfstoff zur oralen Anwendung (OPV): kann eine Impfpoliomyelitis beim Geimpften (1 E/2,5–4 Millionen Impfungen) sowie bei einer Kontaktperson (1 E/6,8 Millionen Impfungen) verursachen; die Komplikation ist häufiger nach der Erstimpfung und bei Immundefizienten.
Rotavirus-Impfstoff: Der weltweit erste zugelassene Rotavirusimpfstoff (1998 Zulassung in den USA) führte bei einer Anzahl junger Kinder zur Intussuszeption (innerer Rektumprolaps mit ileusartiger Symptomatik); der Impfstoff wurde vom Markt genommen.
Röteln-Impfstoff/MMR-Impfstoff: Bei weiblichen Erwachsenen kann es gelegentlich zu akuter Arthritis/Arthralgie kommen, gelegentlich länger anhaltend oder wiederkehrend.
Tetanus-Impfstoff kann im Einzelfall zu GBS und peripherer Nervenschädigung (Neuritis, Plexusneuritis, Brachialneuritis) führen.
Varizellen-Impfstoff: Im Schrifttum wird über wenige Fälle von Herpes zoster, insbesondere bei Immundefizienten, berichtet.
Anaphylaxie/anaphylaktoide Reaktionen können in sehr seltenen Einzelfällen nach verschiedenen Impfungen auftreten, seltene Einzelfälle u.a. berichtet nach DPT-, DT-,Td-,T-, MMR-, Hepatitis-B-Impfstoffen.
Fieberkrämpfe können im Zusammenhang mit fieberhaften Allgemeinreaktionen nach verschiedenen Impfungen bei Kleinkindern auftreten; in der Mehrzahl sind dies unkomplizierte Fieberkrämpfe, die nicht zu Epilepsie oder anderen neurologischen Folgezuständen führen.
Impfungen und HIV-Infektion: Im Schrifttum liegen Berichte über disseminierte BCG-Infektion nach BCG-Impfung,Vaccinia generalisata nach Pockenimpfung und Riesenzell-Pneumonie nach Masernimpfung bei HIV-Infizierten vor.1

Zeitstrahl Stationen des RKI

1891 Am 1. Juli nimmt das „Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten“ seine Arbeit auf – in einem umgebauten Wohnhaus in der Schumannstraße in Berlin-Mitte. Robert Koch leitet das Institut bis 1904.
1900 Umzug in einen Neubau am Nordufer in Berlin-Wedding, bis heute Hauptsitz des RKI.
1905 Robert Koch erhält den Nobelpreis für Medizin.
1910 Robert Koch stirbt und wird in einem Mausoleum im Institut beigesetzt.
1912 Zum 30. Jahrestag der Entdeckung der Tuberkelbazillus wird das Institut umbenannt in „Königlich Preußisches Institut für Infektionskrankheiten ‚Robert Koch‘“
1933 Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten müssen jüdische Wissenschaftler das Institut verlassen. Während des Dritten Reichs ist das RKI erheblich in die nationalsozialistische Gewaltpolitik involviert. Unter anderem sind führende Wissenschaftler an Menschenversuchen in Heilstätten und Konzentrationslagern beteiligt.
1942 Das Institut wird eigenständige Reichsanstalt und heißt jetzt „Robert Koch-Institut“. Erforscht werden fortan vor allem Infektionskrankheiten, die die militärische Schlagkraft bedrohen.
1960 Das Institut nimmt die Produktion des einzigen in Deutschland von der WHO lizensierten Gelbfieber-Impfstoffs auf. Der Impfstoff wird bis zum Jahr 2002 bereitgestellt.
1982 Nach Auftreten der ersten AIDS-Erkrankungen in Deutschland wird im RKI ein AIDS-Fallregister eingerichtet.
1990 Nach der Wende werden Bereiche verschiedener DDR-Behörden ins RKI integriert, darunter Teile des Zentralinstituts für Hygiene, Mikrobiologie und Epidemiologie in Berlin-Schöneweide und des Instituts für Experimentelle Epidemiologie in Wernigerode im Harz. Der Standort in Wernigerode bleibt als Außenstelle des RKI erhalten.
1994 Auflösung des Bundesgesundheitsamts. Das RKI wird mit dem 1988 gegründeten AIDS-Zentrum und dem Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie (SozEp) in Berlin-Tempelhof zusammengelegt – letzteres ist auf nicht-übertragbare Erkrankungen spezialisiert.
2001 Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) tritt in Kraft: Die Erfassung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten werden grundlegend modernisiert, die Aufgaben des RKI gestärkt.
2001 Das RKI wird die zentrale Stelle in Deutschland für die Erkennung und Bewältigung bioterroristischer Gefahrenlagen.
2006 Das RKI erhält gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt den Auftrag, die Gesundheitsberichterstattung für Deutschland zu übernehmen.
2007 Das RKI wird offiziell mit dem Gesundheitsmonitoring betraut. Dabei erhebt das Institut kontinuierlich Daten zu Krankheitsgeschehen und Risikoverhalten aller Altersgruppen der in Deutschland lebenden Bevölkerung.
2017 Die Strategie „RKI 2025“ sieht u.a. vor, die digitale Epidemiologie auszubauen, Public-Health-Akteure zu vernetzen und mehr Verantwortung auf internationaler Ebene zu übernehmen.2

“In Deutschland stehen alle wichtigen und für den Gesundheitsschutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen notwendigen Impfstoffe zur Verfügung.
Ihre Zulassung erfolgt entweder durch das Paul-Ehrlich-Institut oder die Kommission der Europäischen Gemeinschaft. Ist Letzteres der Fall, gilt ein Impfstoff in allen Mitgliedsländern der Gemeinschaft als zugelassen. Geregelt ist die Impfprävention im Gesetz zur Verhütung und
Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) vom 20.Juli 2000 (BGBl.I S.1045), welches am 1.1.2001 in Kraft trat und das bisherige Bundes-Seuchengesetz ablöste.
Die Länder der Bundesrepublik Deutschland sprechen öffentliche Impfempfehlungen aus und weisen damit auf die Notwendigkeit von Schutzimpfungen als effiziente Vorsorgemaßnahmen hin.
Gleichzeitig sichert eine solche öffentliche Empfehlung die Entschädigung von Personen,die durch Impfungen negative gesundheitliche Konsequenzen erfahren.”2

Quellen:

1 www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Downloads/

2 www.rki.de/DE/Content/Institut/Geschichte/

Fleckfieber-Forschung im deutschen Reich

Das Robert Koch-Institut im Nationalsozialismus

Der Auschwitz-Konzern – Die verschwiegenen Täter des Holocaust I.G. Farbenindustrie AG

 

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